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Arabica vs. Robusta Unterschiede & Vergleich

Was ist die Unterschiede zwischen Robusta- und Arabica Kaffee?

Kaffee ist eines der beliebtesten Getränke der Welt und existiert in unzähligen Variationen und Geschmacksrichtungen.

Bei näherer Betrachtung lassen sich die meisten Kaffees jedoch auf zwei Hauptsorten zurückführen: Arabica und Robusta.

In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte zu den zwei wichtigsten Kaffeebohnen.


Arabica und Robusta: was ist der Unterschied?

Diese zwei Kaffeearten machen zusammen fast 100 Prozent der globalen Kaffeproduktion aus.

Was genau zeichnet Arabica und Robusta aus? Wo liegen die Unterschiede und Gemeinsamkeiten? Und welche Bohne liefert den besseren Kaffee?

Ursprung und Geschichte

Die Arabica Bohne gilt als der „Ur-Kaffee“ schlechthin.

Sie wurde bereits im 7. Jahrhundert in Äthiopien entdeckt, ihrer ursprünglichen Heimat.

Von dort verbreitete sich Arabica nach und nach über die Handelsrouten der Welt und begründete die großen Kaffee traditionen etwa in Europa oder der Türkei.

Ihren Siegeszug verdankt die Arabica Bohne nicht zuletzt ihrem milden, aromatischen Geschmack.

Darüber hinaus profitierte Arabica von einem mehrere Jahrhunderte andauernden Vorsprung als einzige großflächig angebaute Kaffeesorte.

Dies verlieh ihr eine Aura der Exklusivität und hohen Wertschätzung.

Die Robusta Bohne hingegen blieb lange Zeit im Schatten der großen Schwester Arabica.

Sie wurde erst Ende des 19. Jahrhunderts im Kongo entdeckt und spielte bis ins 20.

Jahrhundert hinein kaum eine Rolle. Erst mit der Erschließung großer Anbauregionen in Vietnam und Indonesien etablierte sich Robusta als eigenständige globale Kaffeesorte.

Der Name Robusta deutet bereits ihre widrigen Ansprüche an: Im Gegensatz zur empfindlichen Arabica ist Robusta eine ausgesprochen robuste und anpassungsfähige Pflanze.

Trotz ihrer weiten Verbreitung haftet Robusta jedoch bis heute das Image des „Billig-Kaffees“ an.

Was ist Robusta Kaffee?

Robusta Kaffeebohnen sind etwas kleiner und runder als Arabica und haben einen stärkeren, bitteren und kraftvollen Geschmack. 

Weil sie weniger Öle haben, haben sie oft natürlichere, erdigere und schwerere Aromen. 

Sie machen etwa 25% des Kaffees aus und sind oft billiger als Arabica Kaffee. 

Robusta ist normalerweise für einen starken, harten, tiefen Geschmack und einen hohen Koffeingehalt bekannt. 

Diese Eigenschaften sind ideal für Instantkaffee, weshalb Robusta für die meisten Instantkaffees aus Pulvern und Getreide verwendet wird.

Was ist Arabica Kaffee?

Arabica Kaffeebohnen sind ovaler und flacher und haben einen süßeren, leichteren und weicheren Geschmack. 

Sie haben auch mehr Öle in der Bohne selbst, so dass sie fruchtigere, würzigere und süßere Aromen haben können. 

Arabica Bohnen machen etwa 75% des gesamten Kaffees aus und sind oft teurer. 

Arabica ist die am häufigsten produzierte Bohnensorte. 

Es stammt aus der Pflanze Coffea Arabica und ist in der Welt der Kaffeekenner eine große Vorliebe für Robusta.

Die nuancierten, lebendigen, süßeren und komplexeren Aromen spielen eine große Rolle für die Beliebtheit der Bohne. 

Obwohl Arabica einen geringeren Koffeingehalt hat, wählen Kaffeeliebhaber die kostbaren Arabica-Kaffeebohnen aufgrund ihres köstlichen Geschmacks.

Aussehen der Bohnen und Kaffeepflanze

Optisch unterscheiden sich die Bohnen der beiden Kaffeesorten in Form und Größe:

  • Arabica Bohne: Größer, länglich, oval, flache Seite, geschwungene Kerbe
  • Robusta Bohne: Kleiner, rundlich, gerade Kerbe

Auch die Kaffeepflanzen selbst wachsen unterschiedlich:

  • Arabica: Schlanke Wuchsform, bis 5 Meter hoch
  • Robusta: Kräftiger Wuchs, bis 10 Meter hoch

Die höhere und robustere Wuchsform der Robusta Pflanze erleichtert die maschinelle Ernte. Arabica hingegen wird in der Regel von Hand geerntet.

Geschmack und Aromaprofil

Das Aroma ist wohl das wichtigste Unterscheidungsmerkmal zwischen den beiden Kaffeesorten:

Die Arabica Bohne überzeugt durch ein ausgesprochen feines, nuancenreiches Aromaprofil mit blumigen und fruchtigen Noten wie Pfirsich, Apfel oder Bergamotte.

Der Geschmack ist mild, harmonisch und wenig bitter. Kennzeichnend für Arabica sind auch die leichte Säure und der angenehme Körper.

Robusta hingegen schmeckt deutlich erdiger und holziger, mit einem kräftigen Körper.

Aromatisch ist Robusta weniger komplex, dafür treten Röstnoten und Schokolade stärker hervor.

Bittere Töne sind ebenfalls charakteristisch. Insgesamt wirkt Robusta intensiver und weniger ausbalanciert als Arabica.

Koffein- und Säuregehalt

In zwei Punkten liegt Robusta Arabica deutlich voraus:

  • Koffein: Robusta enthält mit 2 bis 4 Prozent doppelt so viel Koffein wie Arabica mit 1 bis 2 Prozent.
  • Chlorogensäure: Robusta weist mit 2 bis 4 Prozent auch einen höheren Gehalt an Chlorogensäure auf, die für den bitteren Beigeschmack verantwortlich ist. Bei Arabica liegt der Anteil bei 1 bis 2 Prozent.

Robusta wird daher häufig als besonders kräftig und „koffeinhaltig“ wahrgenommen.

Die Chlorogensäure kann allerdings bei empfindlichen Menschen Magenbeschwerden auslösen.

Anteil an der Kaffeeproduktion

Obwohl Arabica hochwertiger und aromatischer ist, dominiert sie den Weltmarkt nicht vollständig. Der Anteil verteilt sich wie folgt:

  • Arabica: 60-70 Prozent
  • Robusta: 30-40 Prozent

Dies liegt vor allem an dem deutlich effizienteren Anbau von Robusta. Die robuste Bohne eignet sich gut als Massenware und findet sich oft in Instant-Kaffee oder Espresso-Mischungen wieder. Darüber hinaus ist sie weniger anfällig für Krankheiten und Wetterextreme, die aufgrund des Klimawandels zunehmen.


Vor- und Nachteile der Kaffeesorten

Hier finden Sie Vor- und Nachteile der Kaffeesorten Arabica und Robusta:

Arabica

Vorteile:

  • Aromenintensiv mit blumig-fruchtigen Noten
  • Milder, ausgewogener Geschmack
  • Angenehme Säure und feiner Körper
  • Lange Tradition und hohes Ansehen
  • Hochwertiges Exklusivimage

Nachteile:

  • Niedrige Erträge und aufwendiger Anbau
  • Anfällig für Schädlinge und Krankheiten
  • Teurer Preis
  • Beeinträchtigung durch Klimawandel

Robusta

Vorteile:

  • Hohe Erträge und effizienter Anbau
  • Unempfindlich gegen Wetter und Schädlinge
  • Mehr Koffein
  • Gut für Crema beim Espresso
  • Deutlich günstiger
  • Resistenter gegen Klimawandel

Nachteile:

  • Erdiger, holziger Geschmack
  • Bittere Noten überwiegen
  • Weniger aromatisch und komplex
  • Image des „Billig-Kaffees“
  • Magenunverträglichkeit durch Säure

Wann Robusta- oder Arabica Kaffee verwenden?

Die starke und robuste Struktur der Bohne macht sie – zusätzlich zu ihrem hohen Koffeingehalt – zur idealen Option für Löslicher Kaffee.

Viele Marken wie Nescafe und Lavazza verwenden es für ihre Instant-Mischungen.

Selbst „der teuerste Kaffee der Welt“, auch bekannt als Kopi Luwak, verwendet Robusta Bohnen.

Sie eignen sich auch gut zur Verwendung in Mischungen, um die Festigkeit und den Koffeingehalt zu erhöhen.

Wer verwendet dann nur Arabica-Kaffeebohnen?

Über 60 – 75% der Welt.

Die meisten handwerklichen Röster, Kaffeebars und Cafés investieren in hochwertige Arabica Kaffee.

Dies liegt daran, dass wir eine Leidenschaft für Kaffee haben und das Beste in unserer Tasse suchen. 

Während Arabica Kaffee teurer sind, lohnt es sich für die Vielfalt der köstlichen Aromen, die Sie bekommen können.

Wenn Sie neugierig sind, fragen Sie Ihren Lieblingsröster oder -laden, welche Art von Bohnen er verwendet. 


Unten finden Sie eine Infografik über Arabica vs Robusta Kaffee. 

Teile es in deinen sozialen Netzwerken oder veröffentliche es auf deiner Website!

Infografik Arabica vs Robusta Kaffee Unterschied

Ich empfehle Ihnen, die verschiedenen Sorten auszuprobieren, um Ihren Favoriten zu finden.


Fazit: Qualität entscheidet – nicht die Bohne allein

Sowohl Arabica als auch Robusta können hochwertigen Kaffeegenuss ermöglichen.

Die Bohne an sich ist kein Qualitätsmerkmal – entscheidend sind Anbauregion, Verarbeitung und Röstung.

Mit Sachkenntnis lassen sich aus beiden Sorten aromatische Kaffees kreieren.

Die gängige Werbefloskel „100% Arabica“ ist daher kein Qualitätsversprechen. Auch Robusta kann durchaus hochwertig sein.

Für Espresso empfiehlt sich eine clever zusammengestellte Mischung aus Arabica und Robusta, um Körper und Crema zu optimieren.

Puristen bevorzugen meist reine Arabica-Kaffees wegen der feinen Aromen.

Doch auch Robusta hat als ertragreiche und widerstandsfähige Bohne ihre Berechtigung auf dem Markt.

Die Geschmäcker sind individuell verschieden – wichtig ist, dass beim Kaffeeanbau Nachhaltigkeit und Fairness gewahrt werden, egal ob Arabica oder Robusta.

Mehr über Qualitätskaffee finden Sie unter Specialty Coffees.


Habe ich alle Ihre Fragen zu Arabica gegen Robusta beantwortet? Lass es mich in den Kommentaren wissen!

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